Forschungsprojekte

Methoden und Tools „Digital Maturity Check“

Die mit der Digitalisierung verbundenen Potenziale für das eigene Unternehmen, insbesondere die Chancen und Risiken, richtig einzuschätzen, ist eine der großen Herausforderungen für Führungskräfte in Unternehmen und öffentlichen Organisationen. Die fortschreitende Digitalisierung erfasst alle Strukturelemente und Prozesse eines Unternehmens: Sie verändert interne Geschäftsprozesse, die menschliche Arbeit, die Arbeitskultur, die Zusammenarbeit mit den Kunden und dem Ökosystem, die Produkte und Services, aber insbesondere verändert sie bestehende Geschäftsmodelle und schafft neue.
Das IDT entwickelt Methoden und Tools, mit denen insbesondere mittelständische Unternehmen und Organisationen den digitalen Reifegrad des Unternehmens und – daraus folgend – den Handlungsbedarf strukturiert ermitteln können.

Das IDT verfolgt bei der digitalen Reifegradbeurteilung von Unternehmen einen ganzheitlichen Ansatz, der sich am Input-Output-Ansatz der Systemtheorie orientiert und fünf Handlungsfelder unterscheidet.

A. Digitalisierungsstrategie und Geschäftsmodell

Die Erarbeitung einer Digitalisierungsstrategie beinhaltet die organisatorische Verankerung der Digitalen Transformation im Unternehmen und insbesondere die Erarbeitung von digitalen Geschäftsmodellen.

B. Digitalisierung der Partnerschnittstelle

Neben der Kundenschnittstelle und den Unternehmensprozessen sind die Prozesse mit Lieferanten und Partnern zu digitalisieren.

C. Digitalisierung des Unternehmens

Eine zentrale Aufgabe der Digitalen Transformation liegt in der Digitalisierung der internen Geschäftsprozesse. Sie beinhaltet die Einführung von neuen Technologien und IT-Systemen und die Gestaltung der menschlichen Arbeit.

D. Digitalisierung der Produkte und Services

Neue disruptive Technologien (insbesondere das Internet-of-Things) ermöglichen die Entwicklung von Smart Products und Smart Services.

E. Digitalisierung der Kundenschnittstelle

Eine zentrale Rolle im Rahmen der Digitalen Transformation nimmt der Aufbau von Kundenplattformen ein, über die Kundentransaktionen abgewickelt werden.

Die Untersuchung des Reifegrades von Unternehmen, kombiniert mit Benchmark- und Branchenvergleichen, kann insbesondere dazu beitragen, das eigene Unternehmen in den Branchenkontext einzuordnen und damit Führungskräfte und Mitarbeiter für die Handlungsnotwendigkeit zu sensibilisieren.
Bei Interesse an der Diagnose des digitalen Reifegrades Ihres Unternehmens wenden Sie sich bitte an das IDT-Team.


 

MOOC „Mastering Digital Transformation“

Die Professoren Manfred Plechaty, Dr. Klaus Lang und Dr. Daniel Schallmo vom IDT vermitteln in einem bundesweit angebotenen Onlinekurs Fach- und Methodenwissen für die digitale Transformation von Unternehmen.
In dem Massive Open Online Course (MOOC) „Mastering Digital Transformation“ lernen Fach- und Führungskräfte online, wie sie die Herausforderungen der Digitalisierung meistern und welche Möglichkeiten und Chancen diese bieten. Unter der Leitung von Prof. Plechaty wurde der Themenblock „Neue Geschäftsmodelle“ organisiert und umgesetzt. Der MOOC „Mastering Digital Transformation“ ist eine bundesweite Initiative des Hasso-Plattner-Instituts in Potsdam und der MSG Systems AG in Ismaning.

Die Teilnahme an dem sechswöchigen Online-Kurs ist kostenlos. Link: mooc.house/courses/msg-mdt1


 

Digital Maturity für OEM-Automobilhersteller

Im Rahmen eines Auftragsforschungsprojektes entwickelte das IDT unter Leitung von Prof. Plechaty ein Modell zur Bewertung des digitalen Reifegrades von OEM-Automobilherstellern. Das Diagnosemodell folgt dem systemtheoretischen Ansatz und differenziert fünf Handlungsfelder. Die Erfassung erfolgt anhand von ca. 35 branchenspezifischen Fragen. Jede Frage kann anhand von 5 Reifegradstufen bewertet werden.

Die Auswertung und Verdichtung der Ergebnisse liefert Unternehmen wertvolle Erkenntnisse, in welchen Handlungsfeldern der Digitalisierung es bereits gut für die Zukunft vorbereitet ist und in welchen Handlungsfeldern noch Handlungsbedarf besteht.Die Analyseergebnisse dienen auch dazu, ein Handlungsprogramm zu initiieren.

Das IDT arbeitet zurzeit an der Konzeption und Erprobung von Reifegradmodellen für weitere Branchen.

Gerne ist das IDT bereit, den digitalen Reifegrad Ihres Unternehmens zu bewerten. Wenden Sie sich einfach an das IDT-Team.


 

IDT-Quickcheck „Digital Maturity"

Und welchen digitalen Reifegrad hat Ihr Unternehmen?

Das IDT entwickelte ein webbasiertes Tool zur Bewertung des digitalen Reifegrades eines Unternehmens.
Dieses Diagnosetool zeigt – nach der Beantwortung von 10 Fragen – den aktuellen Reifegrad des Unternehmens und den geplanten Reifegrad in 3 Jahren auf. Die Fragen des Quickscans orientierten sich an den Handlungsfeldern der Digitalen Transformation.
Zudem ermöglicht der Quickscan einen Vergleich mit den anderen Teilnehmern der Befragung.

>> Zum IDT-Quickcheck


 

Pharma & Healthcare

1. HL7-Strategien der Hersteller

Walter Swoboda, Heinrich Lautenbacher (Universität Tübingen, Medizinische Fakultät), Sebastian Hagmann (Hochschule Neu-Ulm), Franz Jobst (Universität Ulm, medizinische Fakultät) und Ulrich Haase (Hochschule Neu-Ulm)

Projektbeschreibung

Großkrankenhäuser mit heterogener Systemlandschaft und vielen verschiedenen Subsystemen als Teil des Krankenhausinformationssystems sind hinsichtlich des Kommunikationsstandards von den Strategien der Systemanbieter abhängig und an diese gebunden. Der Kommunikationsstandard Health Level 7 (HL7), speziell in den Versionen 2.x, findet schon seit mehr als 15 Jahren Anwendung in der Praxis. In der Zwischenzeit wurde Version 2 stetig weiterentwickelt und befindet sich seit Februar 2014 bei Version 2.8.4. Darüber hinaus wurde auch die Version 3 ständig aufgewertet. So gab es seit 2005 acht normative Veröffentlichungen der Version 3.5. Aus dieser Entwicklung heraus wäre zu erwarten, dass die Subsystemhersteller auf neuere, leistungsfähigere Versionen umsteigen und die Krankenhäuser dazu drängen werden, diese ebenfalls einzusetzen. Krankenhäuser wären dann zu einem Umstellen ihrer Schnittstellenlandschaft gezwungen, was mit einem erheblichen Aufwand und Kosten verbunden ist. Diese Arbeit verfolgt das Ziel, in Erfahrung zu bringen, inwieweit die Subsystemanbieter planen, auf neuere HL7-Versionen umzusteigen. Zur Beantwortung dieser Frage wurde eine qualitative Untersuchung in Form einer schriftlichen Befragung durchgeführt. Befragt wurden die Hersteller von 25 verschiedenen Subsysteme, die Ergebnisse wurden anschließend qualitativ ausgewertet.

Ergebnisse

Aufgrund der dynamischen Entwicklung der HL7-Versionen wurde vermutet, dass neuere Versionen, wie 2.5–2.8 oder 3.x, bei den Subsystemanbietern zum Tragen kommen werden. Dadurch müssten Krankenhäuser wie das Universitätsklinikum Tübingen (UKT) diese Versionen mit einem hohen Aufwand einführen. Bei der Untersuchung ergab sich, dass von den Systemherstellern des UKT kein Druck ausgeübt wird, auf neuere Versionen umzusteigen. So haben sich die Hersteller bezüglich der Version 3 an die Nachfrage ihrer Kunden angepasst, welche zurzeit und mit großer Wahrscheinlichkeit auch in absehbarer Zukunft nicht vorhanden ist. Auch innerhalb der „HL7 Version 2 - Familie“ werden neuere Versionen, wie die Version 2.6–2.8 von den Herstellern nicht präferiert. Aus den Ergebnissen der Befragung kann somit abgeleitet werden, dass speziell die älteren 2.x-Versionen wie 2.3/2.3.1 und 2.4 noch sehr lang unterstützt werden und die Nutzer nicht auf neuere 2.x-Versionen umsteigen müssen.

Diskussion

Bezüglich der strategischen Schnittstellenplanung können einem Krankenhaus wie dem UKT folgende Handlungsempfehlungen ausgesprochen werden:

  • Es erscheint derzeit nicht sinnvoll auf die Version 3 umzusteigen. Die CDA ist hiervon ausgenommen.
  • Zur Frage, ob Version 2.4 oder 2.5.1 vorzuziehen ist, kann letzteres empfohlen werden.
  • Ein Umstieg auf Version 2.6, 2.7 oder 2.8 ist nicht empfehlenswert.
  • Sofern es möglich ist, sollten Krankenhäuser auf Z-Segmente verzichten.

 

2. Radiologische IT: Monlythisch oder komponentenbasierend?

Johanna Weishaupt (Agfa Healthcare AG), Walter Swoboda, Marcus Muth (Agfa Healthcare AG), Axel Focke

Projektbeschreibung

Krankenhäuser sind hochkomplexe Einrichtungen mit vielen Abteilungen, die interdisziplinär kommunizieren und arbeiten. Daher sind die verwendeten IT-Systeme voneinander abhängig, interagieren miteinander und sollten integriert arbeiten. Das lässt vermuten, dass es für den Anwender Unterschiede darin gibt, ob ein holistischer Ansatz verfolgt wird, d. h. dass die Systeme alle von einem Hersteller stammen und dass das Krankenhaus als Ganzes betrachtet wird, oder ob einzelne Systeme verschiedener Hersteller über Schnittstellen miteinander verbunden werden. Sind aus der Anwenderperspektive Unterschiede festzustellen, wenn Systeme verschiedener Hersteller verwendet werden oder alle aus einer Hand stammen? Diese Frage wird mit Fokus auf die Systeme der Agfa HealthCare AG bearbeitet, wobei das Augenmerk auf der Anwenderfreundlichkeit, dem Zeitaufwand, der Stabilität der Systeme und der fachabteilungsübergreifenden Kommunikation liegt. Es wurde ein radiologischer Referenz-Workflow erzeugt, der anschließend in vier verschiedenen mittelgroßen Kliniken mittels BPMN dokumentiert und ausgewertet wurde; gleichzeitig wurden die Nutzer quantitativ befragt.

Ergebnisse

Sind aus Anwenderperspektive Unterschiede festzustellen, wenn Systeme verschiedener Hersteller verwendet werden oder alle aus einer Hand stammen?
Die Ergebnisse lassen deutlich erkennen, dass der holistische Ansatz am ehesten einen reibungslosen Gesamtprozess ermöglicht (siehe Tabelle). Dies gilt für die Qualität der Prozesse, den Zeitaufwand und die Nutzerzufriedenheit.

VorteileNachteile
Holistischer Ansatz
  • ein industrieller Ansprechpartner
  • weniger Schnittstellen, dabei erweiteter Funktionsumfang
  • gute Verhandlungsposition gegenüber der Herstellerfirma
  • barrierefreie, klinikweite Kommunikation
  • Abhängigkeit von einem Industriepartner
  • längere Wartezeiten bei Support- oder Entwicklungsanfragen
  • Schwerwiegendere Systemausfälle, da mehrere Systeme betroffen sind
Komponentenbasierender Ansatz
  • Fachbezogene Spezialfunktionen
  • sehr guter Support und sehr gute Entwicklung
  • unterschiedliche Herstellerkonfigurationen
  • viele Schnittstellen: Instabilität, Informationsverlust, hohe Preise
  • Verantwortlichkeitssuche bei Fehlern

Tabelle: Bewertung des holistischen und komponentenbasierenden Ansatzes

Diskussion

Bei genauerer Betrachtung der einzelnen Schnittstellen kann vermutet werden, dass die Integration von KIS und RIS größeren Einfluss auf die genannten Faktoren hat als die von RIS und PACS. Dieses Ergebnis steht im Widerspruch zur gängigen Einschätzung und muss daher weiter untersucht werden.

 

3. Software-Einführungsstrategien der CIOs in Großkliniken

S. Krämer (Hochschule Neu-Ulm), W. Swoboda

Projektbeschreibung

Einführung neuer Softwareprodukte in Betrieben mit mehreren tausend Nutzern erfordert genaue Planung, denn es bestehen hohe Risiken bei hohen Kosten. Es gibt aber kaum Literatur dazu, welche Strategien im Bereich des Gesundheitswesens besonders erfolgversprechend sind. Daher wurden in diesem Projekt CIOs von Großkliniken mittels qualitativer Interviews zu den Einflussfaktoren befragt, die sich ihrer Meinung nach auf den Erfolg einer Neueinführung auswirken. Anschließend wurden die Interviews mittels des Softwareprodukts ‚MAXqda‘ ausgewertet.

Ergebnisse

Die einzelnen Codings (übereinstimmende Aussagen) verteilen sich wie folgt: 58 nehmen Bezug auf eine gleichzeitige Einführungsstrategie (‚Big bang‘), 39 auf die Einführungsstrategie einer Verteilung über einen größeren Zeitabschnitt (‚phased‘). Die parallele Strategie fand (fast) keine Erwähnung. Die Ergebnisse wurden eingeteilt in die Einflusskategorien Mitarbeiter‘, ‚Daten‘, ‚Management‘, ‚Risiken‘, ‚Zeitbedarf‘, ‚Schnittstellen‘ und ‚Kosten‘ (siehe Tabelle). Während der gleichzeitigen Einführungsstrategie Vorteile beim Management, Zeitbedarf und den Schnittstellen eingeräumt wurden, sehen die CIOs in der verteilten Strategie eine bessere Verteilung der Risiken.

Diskussion

Da größere Einführungsprojekte ein relativ seltenes Ereignis sind, ist die bisherige Fallzahl sehr niedrig. Trotzdem gibt die Studie einen guten Einblick in Vor- und Nachteile einzelner Einführungsstrategien.

 

4. Untersuchung des digitalen Reifegrades von Krankenhäusern anhand des EMRAM Modells am Beispiel des Bundeswehrkrankenhauses Ulm

T. Höhne (Bundeswehr-Krankenhaus Ulm), P. Kühnle, W. Swoboda

Projektbeschreibung

Das Thema der Digitalisierung wird im Krankenhaus zu einem immer wichtigeren Thema, um den Veränderungen des Gesundheitssystems, aber auch dem gesellschaftlichen Wandel zu begegnen. Die Erkenntnisse der letzten Jahre haben allerdings gezeigt, dass die Einführung von Software- und Hardwarelösungen strukturiert erfolgen muss, um in diesem Spannungsfeld bestehen zu können. Der Grad der Digitalisierung im Krankenhaus kann mit einem standardisierten Reifegradmodell gemessen werden. In diesem Kontext bietet die Healthcare Information and Management Systems Society (HIMSS) mit ihrem Electronic Medical Record Adoption Model (EMRAM) einen Fragebogen für Krankenhäuser an, um den Reifegrad der digitalen Systeme zu erfassen. In diesem Projekt wurde das EMRAM Model in einem Großkrankenhaus angewendet und die Praxistauglichkeit des Instruments untersucht.

Ergebnisse

Die Analyse der Auswertung durch die HIMSS Mitarbeiter ergab, dass das untersuchte Krankenhaus einen Score von 2,3350 erreicht hat. Dieses Ergebnis lag über dem deutschen Durchschnitt (2,2), aber unterhalb des europäischen Durchschnitts (3,1). Die 71 Krankenhäuser in öffentlicher Trägerschaft, die sich in der Vergleichsgruppe befanden, hatten einen Durchschnitt von 2,7. Relevant für das Erreichen der höheren Stufe 3 wäre im Bereich der Anwendungen die elektronische Medikationsdokumentation und eine IT-unterstützte Pflegedokumentation.
Das EMRAM Evaluierungsinstrument bietet damit bei relativ geringem Aufwand eine klare Einschätzung der aktuellen IT-Situation im Krankenhaus. Negativ zu bewerten ist, dass jede Stufe nur mit den exakt definierten Anwendungen erreicht werden kann. Zur Verdeutlichung: Das im untersuchten Haus verwendete RIS/PACS-System hat keine Auswirkungen auf die Bewertung, da es erst ab einer höheren Stufe bewertet werden. RIS/PACS-Systeme sind gerade in deutschen Häusern sehr verbreitet.

Diskussion

EMRAM bietet ein international verbreitetes Konzept zur Einschätzung des Digitalisierungsgrades der Krankenhaus-IT. Der essentielle Mehrwert ist die klare Einordnung in die entsprechende internationale Vergleichsgruppe und somit die Objektivierung des Digitalisierungsgrades. Als Schwachstelle stellt sich die starre Reihung der bewerteten IT-Funktionalitäten heraus. Es wäre wünschenswert, hier nachzubessern, was insbesondere deutschen Häusern zu einem höheren Score verhelfen würde.

 

5. Analysis of Digital Documentation Speed and Sequence Using Digital Paper and Pen (DPP) Technology during the Refugee Crisis in Europe

K. Kehe (1. 2.), R. Girgensohn (3), W. Swoboda, D. Bieler (5), A. Franke (5), M. Helm (6), M. Kulla (6), K. Schatz (7), T. Morwinsky (7), Blätzinger (2), K. Rossmann (7)

1 Bundeswehr Medical Academy, Division F, Neuherbergstr. 11, 80939 Munich, Germany
2 Walther Straub Institute of Pharmacology and Toxicology, Ludwig-Maximilians-Universität München, Goethestraße 33, 80336 Munich
3 Bundeswehr Medical Academy, Division E, Neuherbergstr. 11, 80939 Munich, Germany
5 Department of Orthopaedics, Trauma Surgery, Reconstructive Surgery, Hand Surgery, Plastic Surgery and Burn Medicine, Bundeswehr Central Hospital of Koblenz, Koblenz, Germany.
6 Department of Anaesthesiology and Intensive Care Medicine, Bundeswehr Medical Center Ulm, Ulm, Germany.
7 NATO Center of Excellence for Military Medicine (MilMedCOE), Deployment Health Surveillance Capability (DHSC), Munich, Germany.

Project

The Syria crisis forced more than 4 million people to leave their homeland. Thus, in 2016 an overwhelming number of refugees reached Germany. It was of utmost importance to set up refugee camps and to provide humanitarian aid. To get timely information about emerging diseases, a health surveillance system was implemented. This study describes the effects of using digital paper and pen (DPP) technology for epidemiological documentation in a refugee camp on documentation speed, document sequence, and the documentation behavior. The DPP technology was used to address the above questions by data log analyzing of the digital pens movement (by time stamps) during form filling.

Results

During three months, 495 data sets were recorded. After correction, 421 data sets have been considered as valid and were subjected to further analysis. The mean documentation time was 45:02 min + 22:28 min (median 41:41 min). Fields with significant effect on time of documentation were identified. The documentation of vital signs had the highest impact on documentation time. Furthermore, the large free-text field „clinical findings / therapy / measures” needed most time 16:99 min (from 3:23 to 20:32). Analysis of the sequence of documentation revealed that coding of the diagnosis, which was at the end of completing the form, was a timely step.

Conclusion

We conclude that medical documentation with the DPP technology leads to an increase in documentation speed and quality. Further analysis of more data sets will allow an optimization of the used form. The DPP technology is an effective tool for the medical documentation process in refugee crisis camps.